Ich betreue seit Jahren Google-Ads-Konten für KMUs. In dieser Zeit habe ich nicht nur unkomplizierte, sondern auch schwierige Zusammenarbeiten erlebt. Was eine gute Agentur oder einen guten Freelancer ausmacht, lässt sich ziemlich genau an ein paar Verhaltensweisen festmachen. Hier sind fünf davon.
Du wirst nach einem Kundenwert gefragt, bevor dir Kanäle empfohlen werden
"Zu teuer" ist eine sehr subjektive Einschätzung. Ein Cost per Conversion von 100 € klingt erstmal viel, wenn der erste Kauf nur 50 € einbringt. Aber was, wenn 90 % der Kund:innen später ein größeres Produkt nachkaufen? Eine gute Agentur fragt zuerst nach deinem Customer Lifetime Value, bevor sie über Zahlen urteilt. Erst mit dieser Einordnung lässt sich überhaupt sagen, ob eine Kampagne wirklich funktioniert.
Dir wird ehrlich gesagt, ob dein Business bereit für Google Ads ist
Ich habe mal anderthalb Jahre lang ein Konto betreut, bei dem die Leadqualität nie wirklich gut wurde, obwohl wir alles versucht haben: nur Exact Match, präzise Anzeigen, laufende Landingpage-Tests, enge Budgets und Gebote. Im Rückblick hätte ich den Kunden besser gar nicht erst angenommen. Ich hatte im Verkaufsgespräch nicht genau genug hingeschaut, wie es um das Geschäft dahinter eigentlich stand.
Kund:innen, mit denen die Zusammenarbeit langfristig funktioniert, haben aus meiner Erfahrung oft drei Dinge gemeinsam: ein Budget, das mehr hergibt als das Nötigste, keine alleinige Abhängigkeit von Google Ads, und ein Denken in Jahren statt in einzelnen Kampagnen. Eine gute Agentur sagt dir das offen, auch wenn es bedeutet, dass sie gerade nicht der richtige Partner für dich ist. Eine ehrliche erste Einschätzung deines Kontos oder Vorhabens bekommst du zum Beispiel in einem kostenlosen Audit.
Dir werden die echten Zahlen gezeigt, nicht nur ein hübsches Dashboard
Am Ende willst du als Kunde eigentlich nur zwei Dinge wissen: Wie viel hast du investiert, und was hat es dir gebracht? So kompliziert muss ein gutes Reporting dafür gar nicht sein. Die meisten Fragen lassen sich direkt im Google-Ads-Interface klären, live und mit echten Daten. Wenn eine Agentur dir stattdessen nur ein aufpoliertes Dashboard zeigt, frag ruhig nach, warum sie dir nicht einfach den Bildschirm teilt. Diese Offenheit gilt für mich übrigens auch bei der Preisgestaltung: transparent und ohne versteckte Kosten.
Du wirst kontaktiert, bevor du fragen musst
Erfolge zu berichten ist leicht. Schwieriger wird es, wenn eine Kampagne mal nicht rundläuft. Genau da trennt sich die Spreu vom Weizen: Eine gute Agentur teilt Tests, Zwischenstände und auch mal einen Rückschlag von sich aus, statt zu warten, bis du nachfragst. Wer sich versteckt, ist sich seines Könnens unsicher.
Dir wird erklärt, warum Ergebnisse Zeit brauchen, bevor du danach fragst
Manche Kund:innen erwarten, dass Google Ads ihre Kundengewinnung innerhalb einer Woche löst. Das ist verständlich, aber selten realistisch. Google Ads sollte zwar zügig erste Ergebnisse liefern, aber nicht ab Tag eins perfekt performen. Eine gute Agentur erklärt dir das von Anfang an, statt es erst zu erwähnen, wenn du in der zweiten Woche fragst, warum die Zahlen noch nicht stehen.
Fazit
Diese fünf Signale sind kein Regelwerk zum Abhaken. Es geht darum, wie sich eine Zusammenarbeit anfühlt: ehrlich bei den Zahlen, offen bei Rückschlägen, realistisch bei den Erwartungen. Wenn du das schon im ersten Gespräch spürst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auch langfristig passt.
Häufig gestellte Fragen
Sprich zuerst mit deiner Agentur darüber, was "läuft nicht" für dich konkret bedeutet, und lass sie erklären, was hinter den Zahlen steckt. Wenn jemand deine Zahlen dabei erst richtig einordnet, zum Beispiel über deinen Customer Lifetime Value, statt sie nur zu verteidigen oder zu beschönigen, ist das ein gutes Zeichen.
Google Ads sollte relativ schnell erste Resultate liefern. Aber "schnell" heißt nicht "perfekt ab Tag eins". Wenn eine Agentur dir das von Anfang an so erklärt, statt es erst zu erwähnen, wenn die Zahlen nicht wie erhofft aussehen, ist das ein gutes Zeichen für die Zusammenarbeit.
Nein, eher im Gegenteil. Fehler passieren, auch in gut geführten Konten. Entscheidend ist, ob die Agentur von sich aus darauf hinweist und sich meldet, statt zu hoffen, dass es niemand bemerkt. Genau dieses Nachfassen und offene Zugeben baut auf Dauer mehr Vertrauen auf als ein Konto, in dem angeblich nie etwas schiefgeht.

