Diese Woche war ich in einem Gespräch mit einer Zahnärztin. Sie möchte gerne mit ihrer Praxis maximal bei Google sichtbar sein – sowohl regional als auch überregional.
Das Ziel ist nicht unüblich, jedoch herrscht oft keine genaue Klarheit darüber, was eine sinnvolle Strategie zum Erreichen des Ziels ist.
Intuitiv ist dann der erste Gedanke: „Ich optimiere meine organische Sichtbarkeit einfach maximal. Dann brauche ich keine Google-Ads-Anzeigen mehr.“ Und je nach Ziel kann das auch stimmen.
Jedoch ist es auch wichtig zu verstehen: Durch reines SEO wirst du nie dieselbe Sichtbarkeit erreichen können, wie wenn du SEO und Google Ads kombinierst. Warum ist das so?
Grund Nr. 1: Google hat schlicht kein Interesse daran
Der wohl einleuchtendste Grund: Wieso sollte Google es dir ermöglichen, organisch so sichtbar zu sein wie dann, wenn du zusätzlich für deine Klicks bezahlen musst?
Es gibt kein Rational dafür. Vielleicht kannst du es schaffen, durch SEO so viel Sichtbarkeit für deine Praxis zu erreichen, dass du Google Ads nicht brauchst.
Das bedeutet aber nicht, dass Google Ads dir nicht mehr Sichtbarkeit bringen könnte. Unten im Beispiel wird deutlich, warum.
Grund Nr. 2: Google-Ads-Anzeigen kommen immer ganz oben
Um mehr Neupatient:innen für deine Praxis zu gewinnen, ist es am wichtigsten, in das Local Pack bei Google Maps zu kommen.
Das Local Pack bei Google: Der erste Eintrag kommt von Google Ads („Sponsored“), die anderen drei von Google SEO.
Was hier auffällt: Die organischen Ergebnisse sind allesamt Praxen, die sich in Berlin-Friedrichshain befinden (also „in meiner Nähe“).
Lediglich die bezahlte Anzeige wird von einer Praxis ausgespielt, die sich wo ganz anders befindet – nämlich im mehr als 10 km entfernten Buckow bei Neukölln. Durch reine organische Optimierung wäre dies niemals möglich.
Die Praxis in Buckow hat also zusätzliche Sichtbarkeit durch ihre Google-Ads-Anzeigen. Ob die Strategie bei 10 km Entfernung sinnvoll ist, sei hier mal dahingestellt.
Grund Nr. 3: Starker Wettbewerb spricht immer für Google Ads
Nehmen wir einmal an: Im oberen Beispiel wären alle organischen Praxen wie sie dort stehen. Allerdings wäre der Suchbegriff „Zahnimplantat Spezialist Berlin“. Und nehmen wir zusätzlich an, die Praxis in Buckow hätte sich auf Implantologie spezialisiert – mit dem Namen: „Zahnärzte Buckow – Ihre Spezialisten für Zahnimplantate“.
Auf einmal scheint die Strategie nicht mehr so abwegig. Denn der wahrgenommene Wert für die suchende Person ist jetzt ein anderer: Sie findet eine Praxis, die sich auf Implantologie spezialisiert hat. Dafür könnte die Person bereit sein, 10 km Anfahrt auf sich zu nehmen.
Außerdem: Bei Implantat-Suchenden ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass 5–10 weitere Praxen mit Google Ads auf das Keyword bieten. Deshalb wird es so gut wie unmöglich, mit SEO in die Top-Rankings zu kommen (diese gehen immer an Google Ads).
Die richtige Strategie für deine Praxis
Nur weil SEO Google Ads nicht ersetzen kann, bedeutet das nicht automatisch, dass du beides benötigst.
Es ist allerdings wichtig, vorsichtig abzuwägen, welche Ziele du konkret hast und ob du diese mit SEO-Maßnahmen abdecken kannst.
Oft macht ein gewisses Budget bei Google Ads trotzdem Sinn, da du so zumindest für deine absoluten Wunschpatient:innen zusätzliche Sichtbarkeit bekommst.
Wenn du interessiert bist, selbst zu lernen, wie du bei Google in die Sichtbarkeit kommen kannst und langfristig sowohl Mitarbeiter:innen als auch Patient:innen gewinnen kannst, antworte mir gerne auf diese Mail. Anfang Dezember helfe ich einer kleinen Gruppe von Zahnärzt:innen dabei, bei Google in die Sichtbarkeit zu kommen und langfristig unabhängiger von Agenturen zu werden.
Viele Grüße,
Marius


