Hättest du mich vor 5 Jahren gefragt, wie die perfekte Strategie für einen Zahnarzt im Online Marketing aussieht, so hätte ich sie dir direkt voller Überzeugung runterbeten können.
Ich hatte gesehen, was funktioniert, was nicht. Wie Praxen an Neu- und Wunschpatienten kommen. Also dachte ich, es gibt für jeden den logischen, gleichen Fahrplan, das auch zu erreichen.
So einfach ist es aber leider nicht immer (wer hätte es gedacht). In den letzten Jahren habe ich viel Zeit und Geld investiert, um mich selbst fachlich im Online Marketing weiterzubilden.
Und habe schnell bemerkt: Die meisten "Gurus" entwickeln ihren einen Blueprint, um ein spezifisches Problem zu lösen. Und dieser Blueprint funktioniert für sie sehr gut. Was so ein Ansatz aber außer acht lässt: Er funktioniert nicht zwangsweise für jede Person.
5 Marketing Strategien für Zahnarztpraxen vorgestellt
Denn egal was man macht: Es sollte sich gleichzeitig leicht, gut und richtig anfühlen. Und dieses Gefühl wird nun mal bei jedem unterschiedlich ausgelöst. Deshalb habe ich dir heute einige gängige Strategien vom Markt einmal mitgebracht und auseinandergenommen. So kannst du für dich herausfinden, was am besten zu dir und deiner Zahnarztpraxis passt – damit es sich für dich künftig im Marketing möglichst stimmig anfühlt:
SEO (Suchmaschinenoptimierung)
Der Klassiker im Online Marketing. Das Ziel ist es bei dieser Strategie, Google durch deine Inhalte möglichst gut klarzumachen:
- Wo deine Praxis ist
- Welche Behandlungen du gut kannst
- Wieso du relevanter für Suchende bist, als dein Wettbewerb
Hierzu gibt es unzählige Rankingfaktoren, die Google regelmäßig erweitert und abändert. Die Kunst von SEO liegt darin, durch ständiges Iterieren eine Website zu erschaffen, die Google für maximal relevant für einen Themenbereich hält.
Der Weg ist aufwendig, aber das Ergebnis kaum zu toppen: Dauerhafte Sichtbarkeit für Nutzer, die nach einem Zahnarzt suchen (ohne zusätzliche Marketingkosten). Und dadurch für dich auch dauerhaft mehr Patient:innen.
SEO braucht einen langen Atem, ist also nichts für Situationen, in denen "mal schnell" ein neuer Behandler ausgelastet werden soll.
Im Bild: 3 SEO Ergebnisse bei Google Maps für "Zahnarzt Prenzlauer Berg", darunter ein Google Maps Eintrag durch Google Ads ("sponsored"). "Prenzlzahnärzte" machen hier einen guten Job denn: Sie sind in beiden Übersichten auf Platz 1 gelistet.

Google Ads
Google Ads kämpft um die gleichen Suchbegriffe wie SEO, jedoch konkurrieren die beiden Marketingkanäle nicht direkt miteinander. Du kannst heute sagen, du möchtest 10€ pro Tag auf den Suchbegriff "Zahnarzt + Ort" verwenden und wirst morgen angezeigt. Und das immer über den organischen (SEO) Ergebnissen.
Bei SEO hingegen musst du für gute Sichtbarkeit mit einer Vorlaufzeit von 3-6 Monaten rechnen.
Und genau hier liegt der Unterschied: Während du mit SEO dauerhaft ein Grundrauschen in deinen Patientenzahlen erreichen kannst, gibt dir Google Ads weitere Hebel an die Hand:
- Dauerhaft maximale Sichtbarkeit für bestimmte Themenbereiche
- Kurzfristigen Bedarf abdecken (z.B. bei einem neuen Behandler)
- Sichtbarkeit für wertvolle Behandlungen (z.B. All-on-4 oder Zahnimplantate)
- Du kannst überregional sichtbar werden
Dafür bezahlst du für jeden Klick Geld. Wenn dein Account gut eingerichtet ist und optimal aussteuert, kannst du mit Kosten / Neupatient zwischen 50 und 150€ rechnen (abhängig von Region, Behandlung und Wettbewerb)
Wann sich eine solche Investition bezahlt macht, kannst du auch einfach mit meinem Rentabilitätsrechner herausfinden.
Im Bild: Ein Google Ads Ergebnis, bevor die organischen Suchergebnisse kommen. "Sponsored Result" ganz oben.

Social Media Content
Viele Praxen haben Instagram Accounts – und Patient:innen tummeln sich dort natürlich auch. Eine Möglichkeit, Reichweite für neue Patient:innen und Mitarbeiter:innen aufzubauen ist es, sich hier einen Content Plan zu entwickeln, regelmäßig zu posten und zu interagieren.
Damit diese Strategie funktioniert, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein:
- Es muss gutes Bildmaterial vorhanden sein
- Am besten zeigst du dich als Zahnarzt oder Ärztin gerne in Videos
- Mehrwert für den Nutzer muss immer im Vordergrund stehen
- Aktivität schlägt Viralität
Und vor allem der letzte Punkt ist sehr, sehr wichtig. Niemand wird einen Termin bei dir buchen, weil du ein Tanzvideo gepostet hast. Was Termine bringt sind Authentizität, Autorität und Beständigkeit.
Und genau hier liegt der Hund begraben: Um gutes Social Media zu betreiben, sollte in der Praxis auch Lust dazu herrschen.
Es nützt nichts, regelmäßig zu posten, wenn sich das Thema eh nur anstrengend anfühlt. Du dich nicht gerne vor der Kamera zeigst und Instagram am liebsten weniger nutzen würdest.
Der Erfolg dieses Kanals korreliert sehr stark mit der Einstellung der inhabenden Person zum Thema.
Wenn dir Social Media Spaß macht: Los geht's. Und damit es bestmöglich funktioniert, kannst du dir noch professionelle Unterstützung suchen. Falls dem nicht so ist: Auch andere Wege führen nach Rom.
Social Media Marketing
Was Google Ads im Vergleich zu Google SEO ist, ist Social Media Marketing im Vergleich zu Content posten: Um Reichweite mit deinen Inhalten zu erlangen, nimmst du Geld in die Hand.
Die Regeln, die für das Content Thema gelten, sind die dieselben, nur teilweise etwas abgeschwächt. Du brauchst nicht ganz so viel Ausdauer und nicht ganz so viel Zeit für neuen Content – du kannst auch einfach langfristig funktionierende Inhalte nutzen.
Aber der Grundtenor bleibt der Gleiche: Wenn du Spaß an Fotoshootings und Videos hast: leg besser morgen los als gestern. Falls dich Social Media eher anstrengt – du kannst deine Ziele wahrscheinlich auch durch passive Sichtbarkeit über Google erlangen.
Was das für dich konkret bedeutet
Damit dein Marketing für deine Praxis langfristig funktioniert, ist vor allem eines wichtig:
Du musst hinter den Maßnahmen stehen.
Alles andere kommt danach. Wenn du Lust auf Social Media hast, und eventuell sogar innerhalb der Praxis Content produzieren möchtest, solltest du damit starten ein ansprechendes Instagram Profil aufzubauen.
Wenn es dir ein Anliegen ist, möglichst wertstiftende Texte und Ratgeber Artikel für deine Patient:innen zu liefern ist der naheliegendste Schritt, mit SEO zu starten.
Wenn dir überregionale Sichtbarkeit für deine Expertenleistung wichtig ist, ohne ständig Videos drehen zu müssen: Google Ads ist dein Kanal.
Wenn du bei Praxismarketing einen Kanal aussparst, verpasst du nichts. Im Gegenteil: Du stellst sicher, dass du deine Praxis so aufstellst, wie sie zu dir passt. Und das sollte ja am Ende auch das Ziel sein.
Ein Thema, das ich bewusst nicht angesprochen habe
Es gibt ein Thema, das für sich alleinstehend wohl am wenigsten zielführend für deine Unternehmensziele ist: eine gutaussehende Website.
Denn diese bringt per se erstmal nur eines: Deine eigene Zufriedenheit mit der Außendarstellung.
Und das ist erst einmal auch völlig legitim. Nur sehe ich meistens: Mit einer neuen Website gehen auch oft Erwartungshaltungen einher. "Mehr Patienten", "bessere Patienten",...
Damit dies langfristig funktioniert sind aber mindestens drei Themen genau so wichtig:
- Eine SEO optimierte Website, damit du auch mehr Besuche hast
- Eine Website, bei der Patient:innen durch Verkaufspsychologie dazu animiert werden Termine zu buchen
- Deine Persönlichkeit und die Werte deiner Praxis als Alleinstellungsmerkmal


